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KINDERZEITUNG CHECKY! (10.06.2020 - 12:17 Uhr, WR Westfählische Rundschau-Homepage)

Dein Rätselkrimi von TKKG Junior: „Erdbeerdiebe
Von Kirsten Vogel

Jede Woche findest du in der Kinderzeitung CHECKY! Fortsetzungskrimis von TKKG Junior. Lies hier alle Teile von „Erdbeerdiebe“!

Erdbeerdiebe

„Dass wir für das Erdbeerpflücken auch noch mit einer Erdbeertorte von Frau Glockner belohnt werden, ist der Hauptgewinn.“ Strahlend stapfte Klößchen mit einem großen Korb auf das Erdbeerfeld zu. „Meine Mutter backt drei Torten für Papis Geburtstagsfeier auf der Wache und meint, dass wir Nachwuchsdetektive auch eine Torte verdient haben“, erklärte Gaby. Ihr Cockerspaniel Oskar wuffte zustimmend.

„Mindestens eine“, bestätigte Tim. Karl schob seine Brille nach oben. „Bei all den Fällen, die dein Vater mit unserer Hilfe gelöst hat.“ „Euer Hund muss leider am Rand warten.“ Eine Frau mit schweren Stiefeln und Schirmmütze kam aus dem kleinen Kassenhäuschen, das die Form einer Erdbeere hatte. „Sind Sie die Erdbeer-Chefin?“, fragte Klößchen. Die Frau lachte. „Genau. Ich bin die Landwirtin.“ „Das ist mindestens so schön wie Besitzer einer Schokoladenfabrik zu sein“, schwärmte Klößchen, dessen Vater die größte Schokoladenfabrik der Millionenstadt gehörte.

Die Frau seufzte. „In den letzten Nächten haben Erdbeerdiebe das Feld geplündert.“ TKKG horchten auf. „Wieviel haben sie gestohlen?“, fragte Gaby. „Sie gehen ziemlich dreist vor und haben große Flächen abgeerntet“, erklärte die Landwirtin und zeigte auf eine Reihe Erdbeerpflanzen neben einer Vogelscheuche. „Ihr könnt hier pflücken.“ Sie lief zu einer Familie mit zwei Kindern, die gerade angeradelt kam. Skeptisch betrachtete Klößchen die Vogelscheuche. „Die sieht aus wie Onkel Achim. Der trägt auch immer so weite Hemden.“

„Stibitzen Vögel auch Erdbeeren?“, erkundigte sich Tim, während sie zu pflücken begannen. „Krähen mögen Erdbeeren“, wusste Karl. „Mann, if daf fwer, den Korb voll fu kriegen“, sagte Klößchen nach einer Weile mit vollem Mund. Karl drehte den Stiel aus einer Erdbeere. „Wenn man jede zweite Erdbeere isst, braucht man doppelt so lange fürs Pflücken.“ „Super, dann kann man auch doppelt so lange naschen“, grinste Tim. „Sagt mal, wollen wir der Sache mit den Erdbeerdieben nachgehen?“ Gaby nickte mit vollem Mund und wollte eine Erdbeere in ihren Korb werfen, den sie neben der Vogelscheuche abgestellt hatte, aber sie erschrak. „Der Korb ist weg!“


Wo ist der Korb mit den Erdbeeren?

Tim schirmte seine Augen vor der Sonne mit der Hand ab. „Der Korb war halbvoll und ich hatte ihn hier neben die Vogelscheuche gestellt.“ Karl drehte sich einmal im Kreis. „Das kann nicht sein. Als wäre der Korb vom Erdboden verschluckt worden.“ „Oder von einem Erdbeermonster.“ Klößchen wischte sich mit dem Ärmel über den Mund. „Bitte lasst uns schnell die restlichen Körbe vollpflücken“, sagte Gaby. „Papi ist sonst so traurig, wenn er keine Erdbeertorte bekommt.“

„Seid ihr bald fertig?“ Die Landwirtin kam auf die Freunde zu. Gaby schüttelte den Kopf. „Leider ist einer unserer Körbe verschwunden.“ „Das kann doch eigentlich nicht sein, am hellen Tag“, seufzte die Landwirtin. Tim bückte sich. „Hier sind kaum mehr rote Erdbeeren an den Pflanzen. Nur wenige weiße. Dürfen wir woanders pflücken?“ Gänge auch nicht besser aus“, sagte die Landwirtin bedauernd. „Es müssen erst wieder Erdbeeren nachreifen. Zwei Reihen am Rand des Feldes dürfen morgen gepflückt werden. Wenn ihr früh hier seid, und die Diebe heute Nacht nicht schon wieder zuschlagen, habt ihr vielleicht Glück.“ Die Frau lief weiter und drehte sich noch mal um. „Wir schließen gleich.“

Karl entdeckte noch eine rote Erdbeere. Sorgfältig entfernte er die grünen Blätter. Gaby sah ihn entsetzt an. „Wir brauchen jetzt jede Frucht, Karl.“ Aufgewühlt hob er die Schultern. „Damit kann man besser denken. Wasser und Vitamine sind perfekt fürs Gehirn!“ „Zwei Körbe reichen für zwei Torten. Dann müssen wir auf unsere verzichten.“ Ratlos sah Gaby sich um. „Guckt mal, dahinten, das ist doch die Familie, die vorhin auf den Rädern angekommen ist. Die suchen irgendwas.“ „Vielleicht eins ihrer Kinder?“, überlegte Tim und zeigte zu den Rädern. „Da stehen zwei Kinderräder, ich sehe aber nur ein Kind.“ Schnell steckte Karl sich die Erdbeere in den Mund. „Wir müssen ihnen bei der Suche helfen.“

Tim lief auf dem ausgelegten Stroh umher. „Es ist ganz schwer hier nach Fußabdrücken zu suchen.“ Am Rand des Feldes kläffte Oskar. „Vor der Vogelscheuche musst du keine Angst haben“, rief Klößchen ihm zu. „Die ist bestimmt genauso nett wie Onkel Achim. Sie sieht zumindest so…“, Klößchen stockte. „Hä? Hatte die Vogelscheuche vorhin auch schon vier Beine?“


Was könnte sich hinter der vierbeinigen Vogelscheuche verbergen?

„Eine Vogelscheuche mit vier Beinen.“ Tim zwinkerte seinen Freunden zu. „Die ist bestimmt besonders gefährlich.“ Auf Zehenspitzen schlich er auf die Vogelscheuche zu. Wie ein Storch stakste auch Karl über das Stroh. „Die verscheucht sicher noch mehr Vögel.“ „Nur uns Adler nicht“, sagte Klößchen, der sich mit Tim im Internat ein Zimmer, das Adlernest, teilte. „Ja, mit unseren Adleraugen sehen wir nämlich alles“, flüsterte Tim und hob ruckartig das große Hemd der Vogelscheuche nach oben.

Große Augen und ein rot verschmierter Mund kamen zum Vorschein. Ein Junge hatte sich unter das große Hemd der Vogelscheuche zurückgezogen. Im Arm hielt er den Korb von TKKG. Klößchen blickte hinein. „Hast du etwa alle unsere Erdbeeren aufgegessen?“ Der Junge ließ die Schultern hängen. „Entschuldigung, aber meine Eltern haben mir verboten, weiter zu essen. Und ich liebe Erdbeeren, fast so sehr wie Schokolade.“ „Jonathan! Hier bist du!“ Der Vater kam angerannt. „Du hast doch den Kindern nicht etwa alle Erdbeeren weggefuttert?“

Unsicher sah er TKKG an. Klößchen haderte, aber sein Mitgefühl siegte. Er tauschte einen Blick mit seinen Freunden. „Nein, Jonathan wollte uns helfen.“ „Genau“, bestätigte Gaby. „Stimmt, das war eine große Hilfe.“ Karl nahm seine verstaubte Brille ab und begann sie zu putzen. „Danke.“ Jonathan lächelte Klößchen an. „Ich mag auch so gern Erdbeeren und Schokolade“, erklärte Klößchen, während er über der aus Stroh gebundenen Vogelscheuche das große Hemd wieder gerade zog.

„Große Hilfe, großes Hemd“, murmelte er dabei und hatte plötzlich eine Idee. „Wisst ihr was? Onkel Achim wohnt doch hier in der Nähe. Ich muss da mal kurz hin.“ Er steckte mit seinen Freunden die Köpfe zusammen und verriet ihnen seinen Plan. „Wir versuchen in der Zeit noch ein paar rote Erdbeeren zu pflücken“, sagte Tim. Tim, Karl und Gaby gingen wieder auf Tauchstation. Mit roten Wangen kam Klößchen nach einer halben Stunde wieder angeradelt. Auf seinem Gepäckträger klemmte eine Reisetasche.

Was bringt Klößchen mit und wofür?

Die Landwirtin wog zwei halbvolle Körbe ab. „Drei Kilo. Das macht zwanzig Euro.“ „In unseren Bäuchen sind bestimmt auch noch mal fünf Kilo Erdbeeren“, rief Klößchen, der mit einer Reisetasche auf dem Gepäckträger angeradelt kam. Die Frau winkte ab. „Das ist schon mit eingerechnet.“ TKKG bezahlten und stiegen auf ihre Räder. Hinter einer Kurve versteckten sie sich, bis die Landwirtin in einem Transporter vom Erdbeerhof gefahren war. Die Abenddämmerung hatte eingesetzt. Karl fröstelte.

„Gut, dass Onkel Achim so kuschelige Hemden hat.“ Klößchen reichte Karl das erste von vier Hemden, die er aus der Tasche fischte. Die Freunde schlüpften hinein, die Hemden gingen ihnen bis zu den Knien. Klößchen biss in einen Schokoriegel und verstrubbelte seine Haare. „Wie sehe ich aus?“ „Wie eine Vogelscheuche mit Schokoladenmund“, lachte Tim, während er Oskar sein Halstuch umband. „Oskar, du bist ein Vogelscheuchenhund und musst jetzt ganz leise sein.“ Sie verteilten sich auf dem Feld, breiteten ihre Arme aus und versuchten, möglichst still zu halten. „Und wenn die Erdbeerdiebe gar nicht kommen?“, flüsterte Klößchen ungeduldig. Wie aufs Stichwort fuhr ein rotes Auto vor, aus dem ein Mann und eine Frau ausstiegen. Oskar, der am Rand des Feldes saß, begann zu knurren. „Psst“, säuselte Gaby, die unter ihrem großen Hemd bereits eine Nachricht an ihren Vater, Kommissar Glockner, schrieb.

„Jetzt gibt es noch mehr Vogelscheuchen“, sagte der Mann. Die Frau lachte auf. „Die denken wohl, dass wir Vögel sind.“ Die Detektive mussten reglos mit ansehen, wie die Gestalten begannen, die Erdbeeren in Eimer zu pflücken, die die Landwirtin für den nächsten Tag vorgesehen hatte. Wenn sie sich jetzt zu erkennen gäben, würden die Diebe einfach ins Auto springen und fliehen. Nach einer gefühlten Ewigkeit kam endlich der Dienstwagen von Kommissar Glockner angerauscht. Den Erdbeerdieben blieb nichts anderes übrig, als sich zu ergeben. Klößchen nahm ihnen die Eimer ab und steckte sich eine Erdbeere in den Mund. „Die wollten Sie bestimmt für viel Geld verkaufen, was? Daraus wird jetzt nichts.“ „Papi, damit hast du eine deiner Torten gerettet.“ Gaby zeigte auf die Eimer, während der Kommissar die Personalien der Diebe aufnahm. „Und unsere Torte retten wir morgen früh“, beschloss Klößchen und deutete auf die restlichen Pflanzen, an denen noch rote Früchte baumelten. „Dann kommen wir wieder und pflücken noch einen Korb.“


Weiterführende Informationen

Noch mehr Abenteuer von TKKG Junior

TKKG Junior-Fälle gibt es auch als Hörspiel - im Streaming, als Download und CD.

Auch in der Kinderzeitung CHECKY! kannst du die spannenden Abenteuer der vier Freunde lesen. Jede Woche findest du im Heft eine Folge von TKKG Junior. Vier Folgen ergeben einen spannenden Rätselkrimi.

Mehr Infos zur Kinderzeitung CHECKY! findest du auf www.checky.news.

Quelle

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